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SARIRY Deutschland e.V.
Newsletter 2/2008






Lieber Unterstützer von Sariry,


wir möchten uns in diesem Newsletter im Namen der Familien in Bolivien ganz herzlich für Ihre Unterstützung im letzten Jahr bedanken. Auf unsere Homepage haben wir für Sie daher einen kleinen Weihnachtsgruß aus Bolivien gestellt. Wir hoffen, dass Sie uns auch nächstes Jahr bei den vielen Aufgaben unterstützen, die in Tilata auf uns warten. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen schöne Festtage und ein gutes neues Jahr!

Die Themen in diesem Newsletter sind:
Bolivien: Politische Pattsituation und Wirtschaftskrise
Die aktuelle Lage im Projekt
Neue Zivis nehmen ihre Arbeit auf
Umfrage zum Spenderverhalten in München
Fünf Jahre SARIRY: Aufruf zu Aktionen im November
In eigener Sache



Politische Pattsituation lähmt das Land

Das Kräftemessen zwischen der bolivianischen Regierung und den Eliten der abtrünnigen, ressourcenreichen Tieflandprovinzen hält weiterhin an und lähmt das Land in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht. Die teils gewalttätig ausgetragenen Konflikte entzünden sich dabei insbesondere an der Verabschiedung einer neuen Verfassung und der damit verbundenen Frage des Status der Tieflandprovinzen.

Im Dezember letzten Jahres verabschiedete die verfassungsgebende Nationalversammlung mit den Stimmen der Regierungspartei und unter Boykott der Opposition einen Verfassungstext, in dem u.a. eine stärkere Berücksichtigung der Rechte der indigenen Bevölkerung, eine Wiederwahl des Präsidenten sowie eine Höchstgrenze für privaten Landbesitz vorgesehen wurde. Daraufhin eskalierte im Verlauf des Jahres der sich seit Amtsantritt des Präsidenten Evo Morales abzeichnende Konflikt zwischen der sozialistisch-indigen geprägten Regierung und den wirtschaftsliberalen, westlich orientieren Eliten der Tieflandprovinzen. Nachdem ein Referendum zur endgültigen Ratifizierung der Verfassung aufgrund der explosiven Lage im Land abgesagt werden musste, stellte sich Evo Morales zusammen mit den Präfekten der Provinzen im August einer kurzfristig anberaumten Wahl. Doch anstelle eine eindeutige Entscheidung herbeizuführen, bestätigten die Wähler sowohl Morales als auch die Präfekten der abtrünnigen Provinzen deutlich in ihren Ämtern. Gewalttätige Auseinandersetzungen in der zweiten Jahreshälfte mit etlichen Toten insbesondere unter den Regierungsanhängern brachten das Land zum Stillstand. Ein neuer Termin für ein Referendum über die Verfassung ist für Ende Januar 2009 angesetzt, wobei auch hier mit keiner Auflösung der Pattsituation zu rechnen ist. Dadurch wird das Land auch im nächsten Jahr von konfliktiven Auseinandersetzungen nicht verschont bleiben. Obwohl die Gefahr eines in den westlichen Medien oftmals heraufbeschworenen Bürgerkrieges nicht besteht, bedeutet dies auch in Zukunft eine erhebliche Einschränkung der Regierungsfähigkeit – und damit auch der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung.

Da sich die gewalttätigen Proteste und Sabotageakte hauptsächlich in den Tieflandprovinzen abspielen, ist SARIRY nicht direkt von den Konflikten betroffen.


Angespannte wirtschaftliche Lage gefährdet Armutsreduzierung

Die Regierung Morales bemüht sich durch eine Reihe an Sozialprogrammen weiterhin um die Verbesserung der sozioökonomischen Situation der in Armut lebenden Bevölkerungsteile. So wurden in einer landesweiten Alphabetisierungskampagne große Fortschritte in den Lese- und Schreibfähigkeiten der Bevölkerung erzielt. Diese Erfolge werden jedoch durch die hohe Inflationsrate gefährdet. Die Teuerungsrate in 2008 wird nahezu 15% betragen, wobei die Lebensmittelpreise mit mehr als 20% überdurchschnittlich ansteigen. Dies trifft die Armen in besonderem Maße und führte auch bei SARIRY zu einer erheblichen Steigerung der Ausgaben für Lebensmittel. Überschwemmungen zu Beginn des Jahres sowie eine lang anhaltende Dürreperiode im Herbst stellten das Land vor weitere Herausforderungen.



Die Lage im Projekt

Aufgrund der steigenden Nahrungsmittelpreise kommt SARIRY neben der edukativen Rolle eine wichtige Bedeutung bei der Lebensmittelversorgung zu. Dies zeigt sich darin, dass sich die Anzahl der täglich im Projekt anwesenden Kinder und Jugendlichen im Verlauf des Jahres auf durchschnittlich 60-70 nahezu verdoppelte. Dies stellte das Projekt in personeller und räumlicher Hinsicht vor erhebliche Herausforderungen, vor allem da die Projektinitiatorin Elisa Aguilar aufgrund ungesicherter Finanzierungsfragen ihr Angebot, die Projektleitung zu übernehmen, im Frühjahr kurzfristig zurückziehen musste und der Posten bis zum Spätsommer unbesetzt blieb. Die drei verbliebenen Lehrkräfte meisterten die gestiegenen Anforderungen jedoch mit Bravour und stellten den ordnungsgemäßen Ablauf der Projektkomponenten sicher. Entlastung erfuhren Sie dabei von der oben erwähnten Alphabetisierungskampagne der bolivianischen Regierung, die auch in Tilata durchgeführt wurde und die Nachfrage nach derartigen Kursen bei SARIRY minderte.

Im laufenden Jahr wurde SARIRY als eine der ersten Institutionen in der Kommune an das öffentliche Wassernetz angeschlossen. Dies stellt eine hoch willkommene Neuerung dar, da nun eine kostengünstige und hygienisch einwandfreie Versorgung der Kinder und Jugendlichen mit Trinkwasser sichergestellt ist. Eine weitere erfreuliche Nachricht erreichte uns im Verlauf des Jahres aus Kanada: Dort konnte sich eine Unterstützergruppe formieren, die seit diesem Jahr einen Beitrag zu den Lebensmittelkosten leistet, was aus unserer Sicht aufgrund des rapiden Preisanstiegs nur begrüßt werden kann. Durch eine Ausweitung der Aktivitäten in Kanada wird eine Einstellung von Elisa als Projektleiterin im nächsten Jahr wieder greifbar. Damit zeigt SARIRY im Kleinen, dass mit einem internationalen Schulterschluss Herausforderungen gemeistert werden können, die eine einzelne Institution trotz herausragendem Engagement nicht zu leisten im Stande ist. Wir freuen uns auf eine fruchtbare Zusammenarbeit mit der Unterstützergruppe in Kanada zum Wohle der Kinder, Jugendlichen und Eltern in Tilata – juntos sí se puede!



Neue „Zivis“ nehmen ihre Arbeit auf

Im August nahmen David und Vitus ihre Arbeit im Rahmen des Anderen Dienstes im Ausland auf. Schnell lebten sie sich in die neue Kultur ein und übernehmen bereits wichtige Aufgaben in der alltäglichen Projektarbeit. Einige Wochen zuvor kehrten Jonathan und Stefan aus ihrem Freiwilligendienst in SARIRY nach Deutschland zurück. Wir danken ihnen für ihr engagiertes Mitwirken und wünschen ihnen viel Erfolg im Studium!



Umfrage zum Spenderverhalten in München

Das Projekt SARIRY steht und fällt mit der Unterstützung, die es aus der Bevölkerung erfährt. Schon alleine deshalb müssen die Spenden gewissenhaft eingesetzt werden. Um der großen Verantwortung in Bolivien gerecht werden zu können, muss unser Verein daher seine besondere Verantwortung gegenüber den Spendern wahrnehmen.

Große Hilfestellung dazu hat eine Studie gegeben, die das mifm München - Institut für Marktforschung in Zusammenarbeit mit SARIRY durchgeführt hat. Diese Studie zeigt, dass es für Privatspender vor allem wichtig ist, dass die Ziele und Zwecke des Vereins stimmen und die Spenden transparent eingesetzt werden. Dies möchte SARIRY auch in Zukunft weiter mit seinem Newsletter, der Homepage und weiterem Informationsmaterial beherzigen. Weitere Ergebnisse der Studie können übrigens kostenlos auf der Institutshomepage heruntergeladen werden.

Wir bedanken uns nochmals ganz herzlich beim mifm für die spannenden Ergebnisse aus der Zusammenarbeit!



Fünf Jahre SARIRY Deutschland e.V.

Fünf Jahre gibt es nun schon den SARIRY Deutschland e.V.. In dieser Zeit ist viel geschehen: wir haben neue Mitglieder und Unterstützer im ganzen Bundesgebiet bekommen, das Design unserer Homepage und Flyer ist professionell gestaltet worden, unsere Zusammenarbeit mit der KLJB Mühldorf wurde weiter ausgebaut, wir bieten jedes Jahr zwei Jugendlichen einen elfmonatigen Auslandsaufenthalt im Projekt als ADiA an, und vieles mehr.

Wir dürfen also mit Recht stolz darauf sein, was wir in den letzten Jahren bewegen konnten. Leider dürfen wir dabei trotzdem nicht vergessen, dass weiterhin große Aufgaben vor uns liegen. Wir bitten daher alle Unterstützer, den fünften Geburtstag von SARIRY zum Anlass zu nehmen, verstärkt auf unser Anliegen aufmerksam zu machen! Der Verein unterstützt Sie bei allen kleinen und großen Vorhaben mit besten Kräften... Herzlichen Dank dafür im Voraus!



In eigener Sache

Wir hoffen, dass Sie die Informationen unseres Newsletters interessant und nützlich gefunden haben. Verbesserungsvorschläge und Ideen nehmen wir jederzeit gerne entgegen. Natürlich stehen wir Ihnen auch für Rückfragen zu einem unserer Themen zur Verfügung. Wenden Sie sich einfach an Florian Tress, florian.tress@sariry.de. Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme!

Wir wünschen Ihnen erholsame Weihnachtsfeiertage und einen gutes neues Jahr 2009!


Mit den besten Grüßen


Ihr Florian Tress
1. Vorstand Sariry Deutschland e.V.


P.S.: Wir sind weiterhin auf Ihre Unterstützung angewiesen! Wie Sie mit einfachen Mitteln Großes bewirken können, erfahren Sie auf unserer Homepage unter www.sariry.de/initiative.



SARIRY Deutschland e.V. | Lindenstr. 7 | 84565 Oberneukirchen | www.sariry.de | kontakt@sariry.de

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