SARIRY Deutschland e.V. Newsletter 1/2008 Lieber Leser, herzlich Willkommen zu unserem ersten Newsletter. Als Unterstützer von SARIRY möchten wir Sie gerne über das aktuelle Geschehen in Deutschland und Bolivien auf dem Laufenden halten. Sie sollen wissen, dass Ihre Hilfe ankommt! Wir möchten Ihnen daher die Fortschritte und Erfolge der vergangenen Monate vorstellen. Und trotzdem können wir uns nicht zurück lehnen: Daher möchten wir auch über die Herausforderungen der kommenden Wochen berichten. Unsere Themen sind: • Politisch instabile Lage in Bolivien • Neue Projektleitung in Tilata • Unsere "Zivis" 2008/2009 kommen aus Bayern Politisch instabile Lage in Bolivien Während das erste Jahr der Regierung Morales für bolivianische Verhältnisse relativ ruhig verlaufen ist, kehrte das Land im letzten Jahr zu der schon fast gewohnten instabilen Lage zurück. Die Inflationsrate stieg auf über zehn Prozent, landesweite Streiks waren wieder an der Tagesordnung und das Wetterphänomen El Niño führte auch dieses Weihnachten zu erheblichen Überschwemmungen in den Tieflandprovinzen. Am bedrohlichsten für die Stabilität des Landes stellt sich jedoch der Konflikt zwischen den (weißen) Eliten der ressourcenreichen Tieflandprovinzen und der indigen geprägten Regierung Morales dar. Dieser hatte sich an der Frage der Verstaatlichung des Erdgassektors entzündet und ist in der Debatte um eine Revidierung der Verfassung eskaliert. Nachdem der neue Verfassungstext – in dem u.a. eine stärkere Berücksichtigung der Rechte der indigenen Bevölkerung, eine Wiederwahl des Präsidenten sowie eine Höchstgrenze für privaten Landbesitz vorgesehen ist – unter Protest der Opposition unilateral von der Regierungspartei verabschiedet wurde, drohen die Tieflandprovinzen offen mit einer Abspaltung vom indigenen Hochland. Bei gewalttätigen Protesten kam es hierbei zu mehreren Toten. SARIRY ist von den politischen Ereignissen bislang kaum betroffen - allerdings sind durch die gestiegene Inflationsrate auch die Lebensmittel teurer geworden. Neue Projektleitung in Tilata Das Jahr 2008 beginnt für die Fundación SARIRY mit einer erfreulichen Nachricht! Nachdem die bisherige Projektleiterin Felipa Condori das Projekt gegen Ende des letzten Jahres aus beruflichen Gründen verlassen hatte, übernahm Elisa Aguilar im Januar das Amt der Projektleitung. Elisa war am Aufbau von SARIRY maßgeblich beteiligt, doch bisher lediglich ehrenamtlich im Vorstand der Fundación tätig. Damit wird ab sofort eine hervorragende Pädagogin die tägliche Arbeit des Projekts vor Ort koordinieren und die Aktivitäten von SARIRY sowohl vertiefen (bisherige Bildungsprogramme, Essensausgabe) als auch erweitern (Arbeit mit der Gemeinde). Indem mit Elisa nun auch eine direkte Verbindung zwischen Vorstand und der tagtäglichen Projektarbeit besteht, werden sich die Arbeitsabläufe innerhalb der Fundación deutlich beschleunigen. Gerade weil die Kommunikation mit Deutschland bislang hauptsächlich über Elisa gelaufen ist, verspricht die personelle Neuerung aus unserer Sicht zudem einen direkteren Zugang zu den Abläufen im Projekt in Tilata. Gleichzeitig stehen wir als Verein aber nun verstärkt in der Pflicht, das finanzielle Auskommen der Fundación zu gewährleisten – schließlich hat die zweifache Mutter ihren sicheren Posten als Pädagogin in einem Straßenkinderprojekt im Zentrum von La Paz aufgegeben, um SARIRY hauptamtlich zur Verfügung stehen zu können. Wir wünschen Felipa viel Erfolg in ihrer weiteren beruflichen Laufbahn und freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit mit Elisa! Unsere "Zivis" 2008/2009 kommen aus Bayern Seit 2005 senden wir jährlich Jugendliche nach Bolivien, um dort den sog. "Anderen Dienst im Ausland" (ADiA) abzuleisten, der als Ersatz für den Zivildienst gelten kann. Auch dieses Jahr hatten wir wieder unter mehreren Bewerbern die Qual der Wahl, um unsere beiden Stellen zu besetzen. Aus den über 70 Bewerbern wurden am 19. Januar sieben Jugendliche zum Auswahltreffen ins Eine-Welt-Haus in München eingeladen. Dort diskutierten wir in lockerer Atmosphäre über die Rahmenbedingungen der Entwicklungszusammenarbeit: Was ist ein Erfolg für Entwicklungshelfer? Welche Ansprüche darf man an die Leute vor Ort haben? Auf welchen Werten gründet unsere Unterstützung? Obwohl alle der geladenen Kandidaten mehr als geeignet für den ADiA gewesen wären, wurden sich die Vorstände schnell einig: David aus Gars am Inn und Vitus aus der Umgebung von Augsburg werden uns ab Sommer 2008 in Bolivien unterstützen. Damit kommen unsere beiden "Zivis" aus der Region Bayern. Bis es jedoch endlich los geht, gibt es für die Beiden noch eine Menge zu tun: Spanisch lernen, die Impfungen gegen Gelbfieber und andere Krankheiten einholen, das Visum beantragen, Flug buchen, etc. - und dann stehen für David und Vitus auch noch die Abiturprüfungen an. Viele Aufgaben also, bis sich die beiden auf den Weg machen können. Wir hoffen, dass Sie die Informationen unseres ersten Newsletters interessant und nützlich gefunden haben. Verbesserungsvorschläge und Ideen nehmen wir jederzeit gerne entgegen. Natürlich stehen wir Ihnen auch für Rückfragen zu einem unserer Themen zur Verfügung. Wenden Sie sich einfach an Florian Tress, florian.tress@sariry.de. Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme! Mit den besten Grüßen Ihr Florian Tress 1. Vorstand Sariry Deutschland e.V. P.S.: Wir sind auf Ihre Unterstützung angewiesen! Wie Sie mit einfachen Mitteln Großes bewirken können, erfahren Sie auf unserer Homepage unter www.sariry.de/initiative. |